Es mag überraschen, aber Pornos beeinflussen das Gehirn in einer Weise, die schädlichen Substanzen sehr ähnlich ist, wie zum Beispiel Tabak. Studien haben gezeigt, dass Pornographie dieselben Gehirnregionen stimuliert wie süchtig machende Drogen, so dass das Gehirn die gleichen Chemikalien freisetzt. Und genau wie Drogen, spricht die Pornographie Pfade im Gehirn an, die Verlangen verursachen und die Nutzer dazu bringen, immer extremere “Hits” zu landen, um high zu werden.

Oberflächlich gesehen scheinen Tabak und Pornographie nicht viel gemeinsam zu haben. Das eine Produkt wird an der Tankstelle oder im Supermarkt wegen seiner bekannten schädlichen Auswirkungen unter Verschluss gehalten, das andere ist praktisch überall verfügbar. Das eine kann schnell zu einer teuren Gewohnheit werden, während das andere gratis mit einer Internetverbindung zu haben ist. Und seien wir ehrlich, Hugh Hefner beschwört nicht gerade Bilder eines verschwiegenen Managers aus der Tabakindustrie herauf.

Wo also liegt die Ähnlichkeit? Im Inneren des Gehirns.

Falls Sie kein Neurochirurg sind, haben wir hier einen Schnellkurs dazu, wie das Gehirn funktioniert. Tief im Inneren des Gehirns gibt es etwas, das als “Belohnungszentrum” bezeichnet wird. [1] Sie haben eins. Ihr Hund hat eins. Für Säugetiere ist es Standard. Die Aufgabe des Belohnungszentrums ist es, “Genuss”-Chemikalien in das Gehirn auszuschütten, wenn man etwas Gesundes tut, wie z. B. leckeres Essen einnehmen, ein hartes Training absolvieren oder einen Kuss genießen. [2] Das “High”, das man von diesem chemischen Rausch bekommt, führt dazu, dass man dieses Verhalten immer wieder wiederholen möchte. [3] Dank Ihres Belohnungszentrums ist Ihr Gehirn verdrahtet, um Sie zu motivieren, Dinge zu tun, die Ihre Gesundheit und Überlebenschancen verbessern. [4] Es ist ein großartiges System … normalerweise.

Das Problem ist, das Gehirn kann ausgetrickst werden.

Wenn süchtig machende Substanzen verwendet werden, geben sie dem Gehirn ein “falsches Signal”. [5] Da das Gehirn den Unterschied zwischen den Drogen und einer realen, gesunden Belohnung nicht erkennen kann, macht es weiter und aktiviert das Belohnungszentrum. [6] Es wird eine wichtige Chemikalie namens Dopamin freigesetzt, die das Gehirn dazu bringt, ein Verlangen nach der gefälschten Belohnung zu entwickeln. [7] Solange im Gehirn viel Dopamin schwimmt, wird das Verlangen immer stärker werden und der Konsument fühlt sich extrem motiviert, sich mehr von der Droge zu beschaffen. [8] Im Wesentlichen entführen süchtig machende Drogen das Gehirn, drehen es um und zwingen es in eine Richtung, in die es niemals gehen sollte. Anstatt den Konsumenten zu einem gesunden Verhalten zu ermutigen, führen Drogen ihn in Dinge, die gar nicht gesund sind und sogar gefährlich sein können. [9]

Möchten Sie raten, was sonst noch so wirkt? Pornographie.

Forscher haben herausgefunden, dass Internet-Pornos und süchtig machende Substanzen wie Tabak sehr ähnliche Auswirkungen auf das Gehirn haben, [10] und diese unterscheiden sich wesentlich davon, wie das Gehirn auf gesunde, natürliche Genüsse, wie Essen oder Sex, reagiert. [11] Denken Sie darüber nach. Wenn Sie eine Knabberei oder eine romantische Begegnung genießen, wird Ihr Verlangen langsam nachlassen und Sie sind zufrieden. Warum? Weil Ihr Gehirn einen eingebauten “Aus” -Schalter für natürliche Annehmlichkeiten hat. “Die Ausschüttung von Dopamin hört nach wiederholtem Verzehr einer “natürlichen Belohnung” (zum Beispiel Essen oder Sex) auf”, erklärt Nora Volkow, Direktorin des Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch. [12] Aber süchtig machende Drogen bewirken eine ständige Erhöhung des Dopamin-Levels, ohne dem Gehirn eine Pause zu geben. [13] Je mehr Drogen Konsumenten nehmen, desto mehr Dopamin überschwemmt ihr Gehirn und desto stärker wird ihr Verlangen, sie weiter zu nehmen. Deshalb finden Drogenabhängige es so schwer aufzuhören, nachdem Sie die erste Dosis genommen haben. “Eine Dosis kann zu vielen werden, oder sogar zu einem verlorenen Wochenende.” [14]

Was hat sonst noch die Kraft, Dopamin endlos in das Gehirn zu pumpen? Sie haben es erraten: Pornographie.

Wissenschaftler wissen seit langem, dass sexuelles Interesse und Leistung einfach erhöht werden können, indem man etwas Neues einführt — wie eine andere sexuelle Position, ein Spielzeug oder einen Partnerwechsel. [15] Denn das Gehirn reagiert auf neue sexuelle Stimuli, indem es mehr und mehr Dopamin ausschüttet und das Gehirn wie eine Droge überflutet. [16] Und “neu” ist genau das, was Internet-Porno-Seiten bieten: ein endloser Strom frischer erotischer Bilder, die mit hoher Geschwindigkeit in lebendiger Farbe und rund um die Uhr geliefert werden. Bevor sich die Konsumenten überhaupt langweilen, können sie sich immer wieder einen Dopamin-Schub geben, indem sie einfach auf etwas anderes klicken, etwas noch erregender und brutaler als zuvor. [17]

Tatsächlich folgt der Konsum von Pornos einem sehr vorhersagbaren Muster, das dem Drogenkonsum unheimlich ähnlich ist. Im Laufe der Zeit verursacht eine exzessive Menge an “Genuss”-Chemie, dass der Porno-Konsument in seinem Gehirn eine Toleranz aufbaut, genau wie das Gehirn eines Drogenkonsumenten. [19] Genauso wie ein Junkie immer mehr Drogen benötigt, um seinen Rausch zu erreichen sich nur normal zu fühlen, werden normale Porno-Konsumenten sich zunehmend öfters der Pornographie zuwenden oder extremere Versionen suchen — oder beides — um wieder Erregung zu spüren. [20] Und sobald die Porno-Gewohnheit etabliert ist, kann das Aufhören sogar zu Entzugserscheinungen, ähnlich wie bei Drogen, führen. [21]

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Selbst diejenigen mit ernsthaften Porno-Gewohnheiten können aufhören und ihr Leben zurückgewinnen. Tausende haben es geschafft [22] und wenn Sie nach Ressourcen für sich selbst oder einen geliebten Menschen suchen, klicken Sie hier um mehr zu erfahren.

Citations
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